Am Sonntag den 30. Mai war ein Team des hessischen Rundfunks in Lampertheim um einen Beitrag über ein Buch des Lampertheimer Autors Manfred H. Krämer zu drehen. Es ging um „Der Kardinal von Auerbach“, erschienen im Heyne Verlag. Zunächst wurden auf Schloss Auerbach Aufnahmen gemacht, anschließend ging es über die Bergstraße zur Heppenheimer Polizei und von dort aus am späten Nachmittag nach Lampertheim. Ziel war „Der Bau“ am Altrhein. Zunächst wurden einige Szenen mit Krämer auf der Brücke gedreht. Anschließend ging es mit der Fähre Nibelungenland auf eine kurze Rundfahrt durch den Altrhein. An einem Steg der Sportbootfreunde lag ein Hausboot, das ziemlich genau auf die Beschreibung der „Lady Jane“ passte und ausgiebig gefilmt wurde. Möglich machten dies Werner Reuters und Richard Hinz vom Fährverein Nibelungenland, die spontan auf die Nachricht des kurzfristig anberaumten Drehtermins reagierten und mit der kleinen Fähre den Fernsehleuten einen großen Eindruck von unserem schönen Altrhein vermittelten. Anschließend zog der kleine Tross bestehend aus der Reporterin Daye di Simoni, dem Kameramann, dem Tonmann und dem Krimiautor eilig in die Siedlerstraße, denn laut Markus Zuckermann, dem Kamerazauberer „rennt uns das Licht weg“. Dort in der Nähe der Rosenaustraße hatte Krämer einen LKW der Spedition Knubben abgestellt, da die Sendung auch den Hauptberuf des Krimischreibers vorstellen soll. Es wurde recht eng im Führerhaus als Zuckermann samt seiner dicken Sony mit Lampenaufsatz sich auf der Beifahrerseite einrichtete. Anschließend fuhr der weiße Atego einige Male auf der Ostumgehung hin und her. Als die Dämmerung schwarze Regenwolken mitbrachte, wurde die Schlussszene gedreht: Krämer fährt mit dem LKW in Richtung Horizont. Ein Schelm, wer da an Lucky Lukes Ritt in die untergehende Sonne des Wilden Westens denkt. Insgesamt zehn Stunden dauerten die Dreharbeiten mit Manfred Krämer, weitere Szenen für die der Autor nicht unbedingt gebraucht wird, werden noch nachgedreht, dann wird alles geschnitten und schließlich wird ein fünf bis sechsminütiger Beitrag daraus, der wahrscheinlich an einem Sonntag im Juli in der Reihe „mörderisches Hessen“ gesendet wird. Die Sendung ist genauso spannend gemacht wie die Krimis der vorgestellten Autorinnen und Autoren und stehen auf hr-online auch zum Download bereit.
Gegen 20.45 Uhr endete ein anstrengender aber hochinteressanter Arbeitstag mit den Worten des Kameramannes Markus Zuckermann, der Manfred Krämer als Saint-Exupéry der LKW-Fahrer bezeichnete.
Literatur: Autor Manfred Krämer freut sich über seinen zweiten Kriminalroman, der nun bundesweit als Taschenbuch erscheint
Mörderische Geschichten machen Furore
Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Hoffmann
Lampertheim. Was haben Stephen King, John Grisham und der Lampertheimer Manfred Krämer gemeinsam? Ganz einfach. Alle drei sind Autoren, deren Bücher vom Verlagshaus Heyne auf den Markt gebracht werden und deren Lesestoff für explosive Hochspannung sorgt.
"Natürlich bin ich Realist genug, um zu wissen, dass ich nur ein kleines Licht zwischen diesen großen Namen bin", zeigt sich Manfred Krämer im Gespräch mit dem "Südhessen Morgen" von seiner bescheidenen Seite. Dennoch erfüllt es ihn ein wenig mit Stolz, dass nun sein zweiter Krimi in der großen Ramdom-House-Verlagsgruppe, zu der auch Heyne gehört, erscheint.
Zunächst hatte der Spargelstädter seine Kriminalromane beim Kehl-Verlag mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hamm veröffentlicht. Dieser machte vor allem seine Bergstraßen-Krimis in der Region bekannt. Auch die Lektoren des Heyne-Verlags bekamen von den mörderischen Geschichten Wind und kauften Kehl schließlich die Lizenzen für die drei Krämerschen Krimis ab. Das Ziel: Bundesweit sollen sich nun die Leser für die spannenden Fälle des Lampertheimer Ermittlerpaares Tarzan und Solo interessieren.
Bluttaten und heitere Gedichte
Ende 2008 erschien "Tod im Saukopftunnel" als Taschenbuch in einer Auflage von 9000 Büchern bei Heyne, schon im Frühjahr mussten 9000 weitere gedruckt werden. "Der Kardinal von Auerbach" war lange vergriffen. Ab jetzt liegen gleich 18 000 Taschenbuchexemplare wieder zur Auslieferung bereit. "Die Raben vom Mathaisemarkt" sollen 2010 beim neuen Verlag folgen.
"Es ist schon komisch, die eigenen Bücher in fremden Städten plötzlich in einer Buchhandlung zu entdecken - wie kürzlich in Düsseldorf auf dem Flughafen", schmunzelt Krämer. Doch er hebt nicht ab: "Deutschlandweit werden von meinen Krimis rund 40 pro Tag verkauft . Das ist ordentlich für ein Brot-und-Butter-Buch aber auch nicht mehr."
Seinen Job als Lkw-Fahrer will er nicht an den Nagel hängen. "Es ist nämlich beruhigend, wenn man nicht vom Schreiben leben muss." Krämer wäre allerdings nicht Krämer, wenn er nicht bereits an einem neuen Projekt arbeiten würde. Wieder einem Kriminalroman. Mehr verraten möchte er nicht.
Weil die Welt indessen nicht nur aus grausamen Bluttaten besteht, deren Hintergründe es aufzudecken gilt, hat Krämer sich inzwischen noch auf ein ganz anderes literarisches Genre besonnen und sich den heiteren Gedichten von Heinz Erhardt verschrieben. Diese trägt er vor, ergänzt sie mit eigenen Versen oder schreibt schlicht eigene Lyrik im Erhardtschen Stil.
Unterhalten will Krämer sein Publikum damit bei kleinen abendlichen Shows. "Heinzplus - Eine Hommage an den unvergessenen Heinz Erhardt" heißt sein Programm, mit dem er etwa am 6. und 20. März, jeweils 20 Uhr, im Boothaus des Wassersportvereins zu sehen sein wird.
Fehlt nur, dass der Spargelstädter demnächst auch Dramen für das Theater schreibt. Der Gedanke könnte ihm in seiner Schreibstube oder bei einer Tour mit dem Laster erst noch kommen...
SWR3, Deutschlands POP-Radio Nummer 1, hat mehr als nur eine Leiche im Keller! In der Sendung SWR3 bis 12 stellt der Sender Krimiautoren aus SWR3-Land seinen Hörerinnen und Hörern vor. Auch meine Bergstraßen-Krimis gingen "ON AIR"
Andreas Hain traf sich mit mir Mordbuben im (wegen Bauarbeiten gesperrten) Saukopftunnel zum Interview.
"Eigentlich wollte ich Regisseur werden" Lampertheimer Autor Manfred H. Krämer über seine Arbeit, Motivation und wichtige Helfer
Vom 03.01.2009 LAMPERTHEIM Auf einer fast quadratischen Grundfläche stehen ein Schreibtisch, zwei Stühle, unzählige Bücher und Bilder. An eben jenem sitzt der Lampertheimer Autor Manfred Krämer, blickt zurück, verrät Arbeitstechniken und Aussichten. Von Tina Krüger
Das wohl bekannteste Werk des Lampertheimers ist derzeit wohl der erste seiner Bergstraßen Krimis: "Tod im Saukopftunnel". Neben den drei Teilen "Tod im Saukopftunnel", "Der Kardinal von Auerbach" und "Die Raben vom Mathaisenmarkt" - schrieb der gebürtige Spargelstädter bereits einige Kinderbücher und 2008 einen Abenteuerroman, auf dessen Veröffentlichung er mit einem Schmunzeln im Gesicht zurückdenkt: "Onca - Der weiße Jaguar" vereint die Spannung eines Krimis mit einem Reisereport durch den Dschungel nach Mannheim und die Gefühle eines Liebesromans, so dass sich viele Leser darin wiederfinden.
"Eigentlich ist es ein Trotzbuch", sagt Krämer. Er habe an einem Krimi gearbeitet und die fertigen Seiten mit Stolz seiner Frau Monika vorgetragen. "Dieses Kapitel fand ich einfach super. Meine Frau sagte aber schlichtweg, es sei Mist, ich solle doch mal einen Liebesroman schreiben." Um ihr zu beweisen, dass "ich das nicht kann", schrieb Krämer einen "schmalzigen Plan", wie er selbst sagt, von einer Handlung mit einer starken Frau, deren Mann im Dschungel verschollen ist und die nach seinem offiziellen Tod neu heiratet. Das Wiederauftauchen des Mannes reißt sie in der Geschichte des 52-Jährigen aus dem Leben.
Bücher schreiben kostet Zeit, jede Facette des Leben, jeder Ort und jede Handlung muss geprüft, durchdacht und erschaffen werden. Umso beeindruckender, dass Manfred H. Krämer seine Seiten abends, nachdem er als Lkw-Fahrer stundenlang gefahren ist, füllt. "Seine Zeit" sei zwischen 20 und 23 Uhr. In dem Arbeitszimmer in einem Anbau an seinem Haus plant er. An der Pinnwand neben dem Schreibtisch hängen seitenweise Handlungsstränge mit genauen Altersangaben und Bemerkungen, um den Überblick zu behalten. "Während ich meine Romane ausarbeite, habe ich immer eine konkrete Vorstellung und liebe es, für meine Figuren die großen Stars zu casten und einen Film in meinen Gedanken zu produzieren", sagt Krämer. Anhand dieser Szenen schreibe er sich entlang. "Eigentlich hätte ich Regisseur werden wollen. Aber ich sollte ja etwas anständiges Lernen - laut meinem Vater. Durch die Bücher habe ich meinen Berufswunsch schließlich doch erfüllt" , vergleicht Krämer sein Handwerk.
Größte Kritikerin ist bei jedem einzelnem Wort seine Frau. Sie lese alles Probe und sage, was sie denke. Ursprünglich war "Onca" 800 Seiten dick, gedruckt hat das Buch nur 411 Seiten. "Ich nehme ihre Meinung ernst, sie ist Vielleserin, sieht die Geschichte aus dem Blickwinkel einer Konsumentin. Außerdem ist sie eine Frau. Da ich über starke Frauen schreibe, sagt sie mir, ob etwas realistisch ist in dem Empfinden der Protagonistinnen. Als Mann ist das Hineinfühlen ja von Natur aus schwer", sagt der Autor lachend. Seine Frau ist es auch, die die handschriftlichen Zeilen aus den Schulheften, die Krämer als Skizzen dienen, abtippt. "Ich schreibe mit zwei Fingern, das würde ewig dauern."
Auch aus dem normalen Leben schreibt der Autor gerne ab. Er klaut Charaktereigenschaften von seinem Umfeld und von sich selbst, fügt sie in anderer Konstellation zusammen und schafft neue Charaktere. In "Onca" erschafft er das wahrhaftige Böse in der Figur der Juliana DeWinter. "Satan ist eine Frau. Das ist der Satz eines Chirurgen nach einer Begegnung mit ihr. Das ist mein Ding, ich erschaffe Extreme und plane. Natürlich gebe ich auch bei jedem Wort ein Stück von mir selbst preis. Das muss man, wenn man Emotionen in den Lesern wecken will. Das ist ein bisschen der Exhibitionismus der Autoren" , sagt der zweifache Vater.
2009 stellt schon jetzt Anforderungen an den Lampertheimer. Im April ist Abgabeschluss für sein neustes Werk "Die Skorpionin" - ein Krimi. Dazu erklärt er die Kunst des perfekten Mordes, den er wieder den Frauen zutraut: "Jeder Narr kann einen Menschen umbringen, nur ein Künstler lässt es natürlich aussehen." Er beschreibe einen Mord auf grausame, bestialische Art, die so in der Literatur noch nie dagewesen sei - mit der Krux, dass der Leser am Ende sogar mit dem Gefühl endet, dass er genauso gehandelt hätte. Er setzt sich mit brisanten Fragen auseinander: "Warum sollte man einen Mörder vor Gericht verteidigen?" Die Rahmenhandlung spielt in der Modelbranche. Sein Manna, wie er selbst sagt, Mord und Totschlag, sind wieder Hauptthemen und versprechen einen guten Krimi.
Seine Erwartungen zeigt Krämer durch ein Zitat von Goethe: "Wenn du nicht mit einer Millionen Leser rechnest, solltest du keine Zeile schreiben." So bleibt abzuwarten, ob er die Million als Verkaufszahl erreicht und ob die Spargelstadt sich bald rühmen kann, einen Bestsellerautor zu beheimaten.
Buch: Manfred H. Krämer stellt seinen neuen Roman "Onca - der weiße Jaguar" bei Thalia vor
Amazonas trifft Bergstraße
"Onca - der weiße Jaguar" setzt zum Sprung an, zum Sprung auf die Leser, die dem Autor Manfred H. Krämer bei der Vorstellung in der Buchhandlung Thalia am Paradeplatz förmlich an den Lippen kleben.
Der neue Roman von Krämer, der durch "Bergstraßen Krimis" wie "Tod im Saukopftunnel" oder "Der Kardinal von Auerbach" bekannt wurde, schwenkt zwischen den unendlichen Weiten Amazoniens und der überschaubaren Idylle der Bergstraße hin und her. Dem jüngsten Werk hat der Lampertheimer Autor immerhin einen Umfang von spannenden 412 Seiten verpasst. "Das Buch hat sich meinem Umfang angepasst", lacht der Autor.
Bernhard Zinke, verantwortlicher Redakteur für den "Südhessen Morgen", will im Gespräch wissen, wie lange Krämer denn an seinem Buch geschrieben habe. "Es liegt schon seit über zehn Jahren bei mir in der Schublade." Gearbeitet habe er aber mit einigen Unterbrechungen etwa eineinhalb Jahre. Wie all seine früheren Werke hat Krämer auch dieses seiner Frau Monika gewidmet, mit der er seit über 25 Jahren verheiratet ist. "Sie hat zu mir gesagt, schreib' doch mal einen Liebesroman." Das ist es dann doch nicht geworden, zumindest nicht in reiner Form, denn der Grusel kommt nicht zu kurz. Etwa als Sanya, die Ehefrau des am Amazonas verschwundenen Geologen Dr. Jo Teger versucht, sich auf der Bundesstraße B 9 das Leben zu nehmen. "Es wäre doch zu schade gewesen, wenn Sanya auf Seite 84 schon aus dem Leben getreten wäre", so der Autor, der sein Buch als die Wiederauferstehung des klassischen Abenteuerromans sieht.
Wie der Roman endet, das verrät Krämer an diesem Abend natürlich nicht. "Das sollen die Leser selbst herausbekommen, nur so viel: Es ist ein Happyend mit einem Toten." Im richtigen Leben, sagt er, da gebe es unendliches Glück schließlich auch nicht. has
Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Die Idee kam von meiner Frau, die mir schon vor fast zehn Jahren sagte, ich solle doch endlich einmal einen Liebesroman schreiben. Nun ist es zwar eher ein Thriller geworden, aber sie ist zufrieden. (Was nicht einfach war!)
Wie sind Sie auf den Namen (Onca) gekommen? Hört sich eher nach Wal an (Orca)
Ursprünglich sollte der Titel nur „Der weiße Jaguar“ heißen, aber ein Buch mit diesem Titel gab es bereits in den 90igern. Daraufhin wollte ich einen kryptischen Ein-Wort-Titel und stieß auf die lateinische Bezeichnung für den Jaguar: panthera onca. Daraus entlehnte ich Onca, weil das so schön düster und geheimnisvoll klingt. Das nun Der weiße Jaguar als Untertitel steht ist ein Wunsch meines Verlegers Stefan Kehl.
Wo spielt die Geschichte?
Es ist eine internationale Story mit Handlungsorten in Südamerika, den USA und Europa. Dreh und Angelpunkt ist allerdings Deutschland und hier besonders die Metropolregion Region Rhein-Neckar mit Mannheim als „Hauptstadt“.
Ist die Handlung frei erfunden oder hat sie wahre Hintergründe?
Einzelne Stränge mögen tatsächlich realistische Hintergründe haben, so im Bereich der rekonstruierenden Chirurgie. Aber der Roman als solcher ist einzig und allein meines Geistes Kind.
Onca führt den Leser auch in den brasilianischen Regenwald. Sie beschreiben ihn sehr plastisch. Waren sie schon mal dort?
Da muss ich mich zu Karl May gesellen: Ich habe dieses Land noch niemals betreten. Mein plastisches Wissen verdanke ich neben Google Maps vielen hervorragenden Websites sowie dem richtig altmodischen Studieren von Reiseberichten und Büchern über die indigenen Völker Südamerikas. Ich bin in meinem Leben erst einmal über den großen Teich gekommen. Nach Fort Myers am Golf von Mexico. Die Florida-Sequenzen habe ich dort sogar vor Ort geschrieben.
Lesungen
Wo kann man Sie überall live erleben?
Am 30.10.2008 um 20.30 anlässlich der Buchpremiere von ONCA Der weiße Jaguar in der Thalia-Filiale in Mannheim am Paradeplatz. Weitere Lesungen sind geplant. Anfang 2009 werde ich eine Lesereise mit mindestens 10 Stationen machen. Genaue Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben. www.onca-dasbuch.de
Ihre Lesungen sind immer ein Event der Extraklasse - was macht Ihnen mehr Spaß, das Schreiben oder das Lesen?
Das Lesen. Unbedingt! Schreiben ist eine mühselige, zeitraubende und kräftezehrende Plackerei allein im stillen Kämmerlein. Literarische Momente, Heureka-Erlebnisse und musische Eingebungen ausgenommen. Aber die sind sehr sehr dünn gesät.
Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zu Ihren Lesern?
Enorm wichtig! Ich dürste nach Feedback, gut oder schlecht. Ein Autor muss wissen für wen er schreibt, sonst liefert er nur pamphletische Schmierereien ab. Weder Verkaufszahlen noch Bestsellerlisten sind aussagefähig. Nicht jeder der ein Buch kauft liest es auch. Nicht jeder der es liest, mag es. Ich brauche den Kontakt für meine tägliche Arbeit. Ich will für die Menschen von Heute schreiben. Ihnen Freude und Abwechslung bringen. Sie gut und mit Niveau unterhalten. Sonst nichts. Aber das ist ja auch eine Menge.
Onca wird ja bundesweit in den Handel kommen. Werden Sie auch Ihre legendären Lesungen in ganz Deutschland zum Besten geben?
Wenn mich ganz Deutschland lesen lässt, dann lese ich. Kein Weg ist zu weit, kein Weiler zu klein. Buchen Sie: kayman800@yahoo.de
Persönlich
Arbeiten Sie jetzt hauptberuflich als Autor?
Nein. Ich bin weiterhin in meinem Hauptberuf bei einer renommierten Mannheimer Spedition tätig.
Bei den Bergstraßenkrimi-Lesungen sagen Sie, dass 50% Krämer in Tarzan stecken. Wie viel Prozent Krämer stecken denn in diesem Roman und vor allem in welcher Person?
Da es so einfach und noch nicht einmal verboten ist, schreibe ich oft und gerne bei mir selber ab. Prozentual festlegen möchte ich mich nicht. Aber die guten, edlen und sympathischen Wesenszüge von Frank und Jo sind alle von mir. (Lacht)
Ich habe mal gelesen, dass J.K. Rowling beim Schreiben ihrer Harry Potter Bücher an manchen Stellen emotional mit ihren Protagonisten sehr mit gelitten hat. Angeblich hat sie sogar weinen müssen, als sie die ein- oder andere Person hat sterben lassen. Bei Onca geht es ja auch sehr emotional zu und es passieren „heftige“ Dinge, wie ist es Ihnen damals beim Schreiben ergangen?
Ganz ähnlich. Ich musste bei manchen Sequenzen sogar unterbrechen und ein paar Kilometer joggen oder einfach mal in meinem Garten ein Glas Wein trinken um wieder zu mir zu kommen. Ein Autor der ernsthaft schreibt, wird zwangsläufig viel von sich preisgeben. Es ist eine Art literarischer Exhibitionismus. Wer dazu nicht bereit ist, wird es schwer haben in den Lesern Emotionen zu wecken.
In Ihren Büchern spielen starke Frauen (z.B. Solo, Dr. Linda Reining, Kommissarin Lukassow, Sanyia) immer eine große Rolle. Sind Sie einer der wenigen Männer die endlich begriffen haben, was Frauen wirklich drauf haben, oder wie kommt das?
Die meisten Männer haben längst begriffen, was Frauen so drauf haben. Leider geben es die wenigsten offen zu. Ich habe das Glück mit einer starken Frau seit über 30 Jahren zusammen leben zu dürfen. Ohne Sie gäbe es kein einziges Buch von mir. Ich mag Frauen. Egal ob stark oder schwach. Es reizt mich ungemein, gerade als Mann über diese uns so unbekannte Spezies zu schreiben. Obwohl: meine Männer sind doch auch ganz OK, oder?
Wie fühlen Sie sich als überregionaler Autor?
Keine Ahnung, ich bin ja bis jetzt noch keiner. (lacht)
Haben sie einen persönlichen Bezug zu Ihren Protagonisten, wenn ja zu welchen?
Ich verwurste in meinen Büchern Freunde und Bekannte oder Kollegen nur auf deren ausdrücklichen Wunsch hin. (Magic in: „Die Raben vom Mathaisemarkt“) Allerdings erlaube ich mir hin und wieder Wesenszüge oder sogar komplette Körper bei Prominenten oder weniger prominenten Mitmenschen auszuleihen. Die Rolle der Juliana DeWinter habe ich mit der unvergleichlichen Cameron Diaz besetzt und Sanyia wird von Michelle Pfeiffer dargestellt. Auch Danny DeVito als schlitzohriger Neurochirurg hat einen Gastauftritt und Pierce Brosnan verkörpert den jungen (unversehrten) Dr. Joachim „Jo“ Teger. Was mich und meine Frau mit Sanyia und Jo, respektive Frank, verbindet, wissen nur wir beide.
Sie sind normalerweise ein Krimi-Autor - nun kommt Onca. Wollten Sie vom Image des Krimi-Schriftstellers weg?
Was hat denn ein Krimi-Autor für ein Image??? Mickey Rourke vs. Günter Grass? Oder was? (hoppla, ein Gedicht! Lyrik!)
Ich habe auch schon Kinderbücher und Sportreportagen geschrieben. Auch Gedichte! (Heinz Erhardt Hommage in meinen Bühnenprogrammen HeinzPLUS und Heinzigartig)
Ich wehre mich gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen gegen das hierzulande übliche Schubladendenken. Ich bin Schriftsteller. Autor. Schreiberling. Dichter. Ich schreibe wozu ich, und vielleicht noch mein Verleger, Lust haben. Der nächste Roman wird wieder ein Krimi sein. Und dann? Vielleicht sogar was Historisches? Etwas Autobiographisches? Ein Fachbuch über Ladungssicherung?
Ich schreibe. Mit Leidenschaft.
Arbeiten
Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
Da wo normale Menschen ein Gehirn haben, steht bei mir ein Apothekerschrank mit 854 Schubladen. In jeder davon schlummert der Stoff für ein Buch. Das ist nicht immer positiv, da mir manchmal mitten in der Arbeit an einem Roman die Idee für einen anderen kommt und mich ablenkt. Ich habe sogar schon überlegt eine Art Ideenagentur für verzweifelte Autoren aufzumachen.
Was machen Sie, wenn Sie beim Schreiben an einen Punkt kommen, wo Sie im Moment nicht weiter wissen? So was wie eine „Schreiblockade“. Gab’s so was auch bei Onca?
Den gefürchteten „Writers-Block“ gibt es auch bei mir. Ich genieße ihn stets bei einem guten Roten. Es gibt auch ein Leben neben dem Schreiben. Im Ernst: die meisten Autoren hocken dann vor ihrem weißen Bildschirm und warten auf die Inspiration. Das funzt nicht! Schreiben Sie! Die Inspiration kommt mit dem Schreiben. Wenn ich einen solchen Hänger habe, dann lege ich einfach mit einer Landschafts- oder Zimmerbeschreibung los. Nach ein oder zwei Zeilen geht in meinem Kopf eine knarrende Tür auf und Helden, Ereignisse, Dramen, Sex, Morde und Bullen purzeln heraus und fallen über meine Geschichte her. Ausprobieren!
Wie schreiben Sie: tagsüber, nachts...per Hand, am PC?
Genau so. Das meiste per Hand auf karierte Collegeblocks. Meine Frau überträgt das Geschmiere dann in den PC, beurteilt es, kritisiert es und ich redigiere es. Eine erste Überarbeitung! Tagsüber wegen gehobener Ansprüche im Hauptberuf fast gar nicht mehr. Meine Standardschreibzeit ist abends von 20 - 23.00 Uhr sowie Samstags und Sonntagsmorgens.
Hatten Sie zwischendurch mal Zweifel, ob Sie das schaffen, einen richtigen Roman zu schreiben? Was hat Sie ggf. motiviert, weiter zuschreiben?
Auch wenn das jetzt ein wenig arrogant klingt: Zweifel ob ich das schaffe hatte ich nie. Ein Klempner zweifelt auch nicht daran, ob er in der Lage ist ein Waschbecken zu installieren. Schreiben ist mein Beruf. Ein Zweitberuf noch, aber ein Beruf den ich mit Hingabe ausübe, für den ich mich weiterbilde, mich informiere und mich richtig krumm lege.
Wie lange haben Sie an dem Buch geschrieben?
Zeitangaben sind bei einem Nebenerwerbsautor immer relativ. Ich kann ja nicht immer schreiben, wann ich will, sondern muss die Zeit nutzen, die mir bleibt. Die Idee zu ONCA ist bereits über zehn Jahre in meinem Kopf. Skizzen, Kapitelpläne, Zeittabellen und Recherchen füllten ganze Schubladen in meiner kleinen Schreibstube. Definitiv geschrieben habe ich daran ungefähr ein Jahr. (Zusammengerechnet)
War es schwierig, eine so lange Geschichte zu erzählen?
Ja. Bei Romanen die ein halbes Leben erzählen, ist es sehr schwer nicht den Überblick zu verlieren. Endlose Tabellen, Handlungsverläufe und unzählige Notizen erleichtern die Arbeit etwas. Um so wichtiger ist da die Arbeit einer guten Lektorin. Ich habe das große Glück mit Friederike Schmitz zusammen arbeiten zu dürfen. Sie ist die Beste. Ohne sie wäre ich aufgeschmissen.
Zukunft
Wird es auch eine Fortsetzung Ihrer Bergstrassen-Krimis geben?
Definitiv! Zur Zeit schreibt meine Kollegin Jo Arnold gerade den vierten Band der erfolgreichen Reihe mit dem Titel „Limesblut“. Ein spannender Krimi in bester Tradition, den ich gerne unterstütze. Auch ich werde sicher irgendwann wieder einen Bergstraßen-Krimi schreiben. Doch zur Zeit habe ich wieder einen „Ziegelstein“ in Arbeit: „Die Skorpionin“ soll 2009 erscheinen. Machen Sie sich auf etwas gefasst!
Planen Sie noch mehr Kinderbücher?
Nein. Die Arbeit an meinen beiden Kinderbüchern hat mir damals sehr viel Spaß gemacht, aber ich habe mich für die Erwachsenenliteratur entschieden, weil man da auch mal deftig werden kann und weil man auch über die schönste Nebensache der Welt schreiben darf.